Die Goldene Stunde - Veranstaltungsreihe zur Begleitung von Menschen mit Demenz
Das Geistliche Zentrum für Menschen mit Demenz (GZD) und deren Angehörige im Evangelischen Kirchenkreis Tempelhof-Schöneberg möchte mit der Veranstaltungsreihe „Die Goldene Stunde“ die Begleitung von Menschen mit Demenz unterstützen. Personen, die beruflich oder privat mit dem Thema konfrontiert sind, sollen im Kontakt mit den Erkrankten ermächtigt werden, oftmals verschüttete und verborgene Wurzeln des Lebens wieder zu beleben, um das Wohlbefinden von Menschen mit Demenz zu erhöhen.
Wir treffen uns an unterschiedlichen Orten der Religionsgemeinschaften, bitte jeweiligen Ort vorher erfragen.
Lernergebnisse und Kompetenzen:
Die Teilnehmenden
- reflektieren ihre eigene Spiritualität,
- erkennen spirituelle Momente in der Begleitung von Menschen mit Demenz,
- lernen Martin Bubers Ansatz von Begegnung kennen,
- haben praxisorientiertes Wissen zu dementiellen Veränderungen,
- lernen Kitwoods Ansatz personzentrierter Begleitung kennen,
- kennen die Bedeutung des Leibgedächtnisses,
- lernen unterschiedliche Rituale verschiedener Religionen kennen,
- erfahren etwas über die Suche nach Sinn (Viktor E. Frankl und die Logotherapie),
- kennen Grundlagen gemeinsamen Singens mit Menschen mit Demenz,
- sind mit der nötigen Theorie und Praxis ausgestattet, um Menschen mit Demenz spirituell gut begleiten zu können.
Methoden:
- Impulsvortrag
- Kreative Methoden
- Erfahrungsaustausch
Baustein 1:
Menschen mit Demenz existenziell begleiten
Der erste Baustein führt in das Gesamtkonzept der Goldenen Stunde ein. Was macht den Menschen zum Menschen? Was kann eine Begegnung „golden“ machen? Wie kann es gelingen, Menschen mit Demenz im Hier und Jetzt zu begegnen, eine offene Haltung einzuüben, authentisch da zu sein, sich einzulassen auf ihre sich verändernde Welt?
■ Referentin: Geertje Bolle (Pfarrerin im Geistlichen Zentrum Demenz, Existenzanalytikerin und Logotherapeutin)
■ Termin: Samstag, 16.01.2027, 10:00–16:30 Uhr
■ Geistliches Zentrum Demenz, Paul-Gerhardt-Raum, Lützowstraße 24, 10785 Berlin (Tiergarten)
Baustein 2:
Die Erinnerung des Leibgedächtnisses
Lebenslang eingeübte Rituale sind uns in Fleisch und Blut übergegangen. Nach Thomas Fuchs, Psychiater und Philosoph, müssen sie nicht mehr kognitiv erinnert werden, sondern aktivieren sich selbst. Im Workshop geht es um die Bedeutung des Leibgedächtnisses in der Begleitung von Menschen mit Demenz.
■ Referentinnen: Hannah Winkler (Vikarin) und Geertje Bolle (Pfarrerin im GZD, Existenzanalytikerin und Logotherapeutin)
■ Termin: Sonntag, 06.02.2027, 10:00–16.30 Uhr
■ Ort bitte erfragen
Baustein 3:
Menschen mit Demenz verstehen
Menschen mit einer Demenz sind darauf angewiesen, dass das Umfeld in der Familie, der Kirchengemeinde oder der Pflegeeinrichtung achtsam mit ihrem krankheitsbedingten Verhalten umgehen kann. Im Workshop wird ein praxisorientiertes Wissen über demenzielle Veränderungen sowie ein adäquater Umgang damit vermittelt.
■ Referentin: Christel Schumacher (Diplom-Sozialpädagogin, DCM Evaluatorin, Trainerin)
■ Termin: Samstag, 13.03.2027, 10:00–16:30 Uhr
■ Ort bitte erfragen
Baustein 4:
Psychische Grundbedürfnisse von Menschen mit Demenz
Tom Kitwood hat fünf psychische Grundbedürfnisse von Menschen mit Demenz beschrieben. Werden sie in der Betreuung und Pflege berücksichtigt, erleben Menschen mit Demenz ein hohes Maß an Integrität und Wohlbefinden. Im Workshop wird Tom Kitwoods Ansatz personzentrierter Begleitung praxisnah vorgestellt.
■ Referentin: Christel Schumacher (Diplom-Sozialpädagogin, DCM Evaluatorin, Trainerin)
■ Termin: Samstag, 24.04.2027, 10:00–16:30 Uhr
■ Ort bitte erfragen
Baustein 5:
Spiritualität und Demenz Von kostbaren Momenten und heiligem Miteinander.
Zu Spiritualität gehören existenzielle Phänomene wie Gehalten-Sein, Getragen-Sein, Verbunden-Sein, Eigen-Sein, Sinn. Die Fähigkeit zu spirituellem Erleben bleibt Menschen mit Demenz lange erhalten. Im Workshop wollen wir uns unserer eigenen Spiritualität bewusstwerden und nach spirituellem Erleben und Sehnsüchten von Menschen mit Demenz fragen.
■ Referentin: Geertje Bolle, (Pfarrerin im GZD, Existenzanalytikerin und Logotherapeutin)
■ Termin: Samstag, 15.05.2027, 10:00–16:30 Uhr
■ Geistliches Zentrum Demenz, Paul-Gerhardt-Raum, Lützowstraße 24, 10785 Berlin (Tiergarten)
Baustein 6:
Respectare
Das Konzept respectare® fördert die Gesundheit von Menschen mit Demenz, Angehörigen und Pflegenden gleichermaßen. Wir laden Sie ein, die gesundheitsfördernde Wirkung zu erleben und Ihre Kommunikations- und Berührungskompetenz zu erweitern. Sie lernen eine respectare® Anwendung an den Händen kennen. Dazu bringen Sie bitte ein Handtuch und ein kleines Kissen mit. Als Pflegefachkraft und Angehörige habe ich resepectare® als äußert hilfreich in der Begleitung und Kommunikation von Menschen mit Demenz erlebt.
■ Referentin: Gabriele Kuhnt (Diakonieschwester, Respectare®- Praxisbegleiterin, Lehrerin für Pflegeberufe)
■ Termin: Samstag, 05.06. 2027, 10:00–16.30 Uhr
■ Ort bitte erfragen
Baustein 7:
Alles wirkliche Leben ist Begegnung
In einem zweck-und aufgabenorientierten Umfeld, wie dem Pflegealltag von Betreuungs- und Pflegekräften, ist es besonders schwierig, immer wieder innezuhalten und sich auf offene Begegnungen mit Menschen mit Demenz einzulassen. Gelingen offene Begegnungen, gehen beide gestärkt daraus hervor. Martin Buber hat dieses Geheimnis der unterschiedlichen Grundbewegungen in Begegnungen beschrieben, die im Workshop vorgestellt werden.
■ Referent: Ulrich Kratzsch (Magister M. A.)
■ Termin: Samstag, 12.06.2027, 10:00–16:30 Uhr
■ Ort: Ev. Johannesstift, Schönwalder Allee 26, 13587 Berlin (Amanda-Wichern-Haus, Raum 04)
Baustein 8:
Was bedeutet „sinnvoll leben“?
„Es macht doch alles keinen Sinn mehr.“ Wo wir es mit Krisen in unserem Leben zu tun haben, werden wir oft auf die Sinnfrage gestoßen. Viktor Frankl, Psychiater und Holocaustüberlebender, hat drei Wege beschrieben, wie sich Sinn im Leben finden lässt. Auch Menschen mit Demenz spüren, was sie als sinnvoll erleben. Im Alltag geht es darum, sie in ihrem Sinnfindungsprozess zu unterstützen und nicht zu behindern.
■ Referentinnen: Beate Klostermann-Reimers (Pfarrerin und existenzanalytische Beraterin u.S.) und Geertje Bolle (Pfarrerin, Existenzanalytikerin und Logotherapeutin)
■ Termin: Samstag 17.07.2027, 10:00–16.30 Uhr
■ Ort bitte erfragen
Baustein 9:
Kreatives Arbeiten mit Liedern, Sprache und Instrumenten
Sprache und Musik lassen sich beim gemeinsamen Singen und Musizieren mit Menschen mit Demenz in kreativer Weise miteinander verbinden. Der Referent führt in die Grundlagen des gemeinsamen Singens mit Menschen mit Demenz ein und lädt die Teilnehmenden ein, viel selbst auszuprobieren.
■ Referent: Wolfgang Tschegg (Musiker und Musiktherapeut)
■ Termin: Samstag, 21.08.2027, 10:00–16:30 Uhr
■ Ort bitte erfragen
Baustein 10:
Menschen mit Demenz kultursensibel und religionssensibel begleiten
Wir schärfen wir unsere Sensibilität für religiös und kulturell bedingte Differenzen? Wie ist das Verständnis von Alter und Demenz in verschiedenen Kulturen und Religionen? Was ist Vertretenden unterschiedlicher Religionen in der Begleitung von Menschen mit Demenz wichtig?
■ Referentinnen: Dr.med. Theresa Bauer-Hoheisel (Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie) und Geertje Bolle, Pfarrerin, Existenzanalytikerin, Logotherapeutin, NN
■ Termin: Sonntag, 05.09.2027, 10:00–16:30 Uhr
■ Geistliches Zentrum Demenz, Paul-Gerhardt-Raum, Lützowstraße 24, 10785 Berlin (Tiergarten)
Baustein 11:
Trauer und Demenz
Das Thema „Trauer und Demenz“ bezieht sich sowohl auf die Trauer von Menschen mit einer Demenzerkrankung als auch auf den langen Abschied der An- und Zugehörigen. Für die Begleitung An- und Zugehöriger ist es wichtig, sich typische Phänomene wie sog. „Weiße Trauer“, vorweggenommene Trauer oder aberkannte Trauer bewusst zu machen. Und: Menschen mit Demenz selbst werden oft in ihrer Trauer gar nicht wahrgenommen. Wie können wir sie in ihren Trauerprozessen gut begleiten?
■ Referentinnen: Dr.med. Theresa Bauer-Hoheisel (Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie) und Geertje Bolle (Pfarrerin, Existenzanalytikerin und Logotherapeutin)
■ Termin: Samstag, 30.10.2027, 10:00–16:30 Uhr
■ Ort bitte erfragen
Baustein 12:
Spiritueller Koffer
Im letzten Baustein wird eingesammelt - am Ende hat jede*r eine spirituelle Tüte mit Texten, Symbolen und kreativen Ideen. Es gibt Raum für Austausch, was wesentlich ist für unsere Haltung in der Begegnung mit Menschen mit Demenz sowie für spirituelle und existenzielle Begleitung.
■ Referentinnen: Katrin Albroscheit (Dipl. Sozialpädagogin im GZD), Ronald Oesterreich (Projektkoordination im GZD) und Geertje Bolle (Pfarrerin im GZD)
■ Termin: Samstag, 11.12.2027, 10:00–16:30 Uhr
■ Ort bitte erfragen
Hinweis: Die Bausteine sind einzeln buchbar.
Anmerkungen: Ansprechperson:
Ronald Oesterreich
glaube-und-demenz@jsd.de
Tel. 030 2506-149
Zielgruppe: Pflegende, Seelsorger*innen, Kirchengemeindemitglieder, Ehrenamtliche, An- und Zugehörige
Ansprechpartnerin:
Tel.:
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| Kursnummer | 27-J300 |
| Beginn | , Termine bitte der Kursinfo entnehmen, um Uhr |
| Dauer | 0 Termin |
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| Gebühr | Kursgebühr JSD-Mitarbeitende: für Mitarbeitende der Johannesstift Diakonie ohne Seminargebühren |
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